„Hotel Berlin“

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2010: "Fernsehturm" / foto: rue23
2008: "Fernsehturm" / foto: rue23

Ein kleiner Einblick in die Ecken unserer Haupstadt.
Hierbei handelt es sich um eine kleine Ausstellung, in der es auch mal andere Bilder als die gewöhnlichen Touristenattraktionen und Hochglanzapplikationen zu sehen gibt.
Durch meine Reise durch die Stadtbezirke begegnen mir ständig Dinge, oder Situationen, die mich zum Nachdenken anregen, mich inspirieren und zum Teil auch sehr erschrecken.
Meist wird Berlin in den Medien als Metrolpole gezeigt, in der es an nichts fehlt, denoch werden bestimmte Tatsachen gerne verheimlicht, oder man empfindet es nicht als notwendig, auch diese Themen der Öffentlichkeit zu präsentieren, da es dem Image der modernen Metropole schädigen könnte.
Armut und Zerfall werden verschwiegen und übrig bleibt eine hochpolierte, durchgestylte multikulturelle Stadtidylle.
Diese Arbeit ist eine Ode an eine geteilte Stadt, wo sich, wie woanders auch, Reichtum und Armut vermischt.

"Hotel" / foto: rue23
2009: "Hotel" / foto: rue23

Beginnen möchte ich im „Trendbezirk“ Friedrichshain, der ursprünglich ein eher von Künstlern, Hausbesetzern
und Alternativen bewohnter Bezirk war.

Mittlerweile bestimmen hier O2, Universal & Co und bebauen seit eingen Jahren das ehemalig Grenzgebiet.
Dieses hat zu extremen Mietpreissteigerungen in den letzten Jahren geführt.
Aufgrund des sogenannten Milieuschutzes sind hier noch einige Wohnungen für die ärmere Generation erhältlich, jedoch entwickelt es sich mehr und mehr zum Luxusbezirk, indem vieles zu Privateigentum umgewandelt wird
und somit die Armut ausgegrenzt und verdrängt.

"sunreflections" / foto: rue23
2008: "RAW - Gelaende" / foto: rue23

Ein sehr schönes Beispiel hierfür ist unter Anderem das alte Schlachthofgelände, was einst eine riesige Freifläche war und die Bewohner zu Spaziergängen, kleinen Events und lauschigen Grillabenden einlud.

Der alte Charme, den die Gebäude hatten, auch wenn sie zerfallen waren, wurde unliebst eingestampft und ersetzt durch moderne Reihenhäuser, die in Eigentumswohnungen verwandelt wurden und an eine Art Pianostadt erinnern.
Desweiteren schmückt nun ein grosses Einkaufszentrum, sowie ein Delikatessenladen dieses Gebiet und Grünflächen werden durch Ordnungsämter und Kontrollen „sauber“ gehalten.

inside the slaughterhouse / foto: rue23
2008: "Inside the Slaughterhouse" / foto: rue23

Auch um den Alexanderplatz entstehen Stück für Stück riesige Kaufhäuser und es wirkt gespenstisch, beinahe so,
als würde im gleichen Moment der kleine Laden nebenan vom Shoppingbunker verschlungen.

Hell erleuchtet in den Abendstunden zeigen sich das Rote Rathaus, die Marienkirche, sowie Fernsehturm und Neptunbrunnen.

2010: "Marienkirche" / foto: rue23
2010: "Marienkirche" / foto: rue23

Die ganze Nacht tummeln sich Touristen, Heimatlose, sowie Nachtschwärmer hier herum.
Aufgrund der Massen scheint Alles zu rasen und es ist eher ein Rauschen durch ein Stück alter Geschichte
und Neuzeitfuturismus.

Mancheiner will die Stadt von Oben geniessen und stellt sich in die lange Warteschlange vor dem Fernsehturm,
um im „Drehrestaurant“ Kaffee, Kuchen oder sonstiges von der Speisekarte zu verzerren.
Eine ganze Runde in der Stunde macht das Restaurant aus der alten Republik.

2010: "Fernsehturm" / foto: rue23
2010: "Fernsehturm" / foto: rue23

Man gelangt von hier schliesslich auch zum Dom, ist schnell am „Hackeschen Markt“, dessen Gegend grad in der Nacht nochmal an Aussergewöhnlichkeit gewinnt, da sich hier alternative Kunst vermischt mit Prostitution, Luxusbars und edlen Restaurants.
Lange sind zum Beispiel die Türen des ehemals besetzten „Tacheles“ für Besucher geöffnet und es werden unter anderem Arbeiten verschiedener internationaler Künstler ausgestellt.

Tagsüber kann man sich hier vor Schuhläden , Designerklamotten und Menschen kaum noch retten.

2 Kommentare zu „„Hotel Berlin“

    rue23 geantwortet:
    Juli 26, 2013 um 4:46 pm

    Anmerkung:

    Das Tacheles gibt es mittlerweile nicht mehr, da es von Spekulanten gefressen wurde.

    rue23 geantwortet:
    Juli 26, 2013 um 4:51 pm

    Ein ganz spezieller Danke gebuehrt hier einem der derzeit besten deutschen Chansonisten, – Klaus Hoffmann:

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